Musterkauf:

Der Kauf von Autos über das Internet ist schnell, einfach und schon weithin üblich. Viele Menschen nutzen die Online-Fahrzeug-Märkte, um sich über das Angebot zu informieren und Kontakt zum Verkäufer aufzunehmen. Nachfolgend zeigen wir Ihnen musterhaft, wie ein normaler und vor allem sicherer Autokauf via Internet vonstatten gehen sollte.

Vorsicht bei Vorkasse:

Bei Internet-Anzeigenmärkten wird lediglich der Kontakt zwischen Ihnen als Kaufinteressent und dem Verkäufer hergestellt. Die Identität der Anbieter, deren Bonität wie auch das Vorhandensein von Fahrzeugen werden nicht geprüft. Deshalb sollte man keinesfalls Vorabzahlungen leisten.

Anhaltspunkte für ein verdächtiges Inserat:

Mit folgenden Hinweisen geben wir konkrete Hilfestellungen, wie Sie sich richtig verhalten, wenn ein möglicher Betrugsversuch vorliegt.

Besichtigung und Übergabe:

Einige Verhaltensregeln müssen alle Autokäufer beachten, unabhängig davon, in welchem Medium sie ein interessantes Angebot gefunden haben.

Bezahlung:

Zahlungen leistet man frühestens nach der Unterzeichnung des schriftlichen Kaufvertrages. Zahlen Sie das Auto erst bei Übergabe aller Dokumente und der Schlüssel. Grundsätzlich empfehlen wir die Bezahlung per Bargeld, nicht vorab per Bargeldtransfer bzw. Online-Überweisungsservice.

Bei überraschend günstigen Schnäppchen sollten Sie das Fahrzeug besonders kritisch begutachten. Es könnte sich dabei um ein Importfahrzeug aus den USA handeln, das als nicht mehr straßentauglich deklariert wurde und daher in den USA nicht mehr verkauft werden kann. Vereinzelt kommt es vor, dass Fahrzeuge mit Flut-oder Unfallschäden nicht, wie durch die dortigen Versicherungen vorgesehen, ausgeschlachtet, sondern nach Europa exportiert und weiterverkauft werden.

Die Fahrzeuge werden in Ländern wie Polen oder Litauen möglichst billig und nicht fachgerecht repariert. So werden teilweise bereits ausgelöste Airbags nicht durch neue ersetzt, sondern durch elektrische Wiederstände nur simuliert. Im Fall der Fälle sind solche Mängel möglicherweise lebensgefährlich.

Der beste Schutz gegen den Betrug ist bei Importfahrzeugen mit ungewöhnlichen Lieferwegen ein gesundes Misstrauen. Durch konkretes Nachfragen können Unstimmigkeiten in der vorgelegten Fahrzeughistorie aufgedeckt werden. Falls Unfallschäden aufgeführt werden, verlangen Sie, dass diese detailliert beschrieben sind. Empfehlenswert ist, diese vermeintlichen Schnäppchen vor dem Kauf vom Gutachter Ihres Vertrauens oder von einer Prüfstelle auf eventuelle Mängel untersuchen zu lassen und eine ausführliche Probefahrt zu machen.

Spezielle Onlineportale wie „carfax.eu“, die kostenpflichtig sind, geben anhand der Fahrgestellnummer, dem „Fingerabdruck“ des Fahrzeugs, Informationen zur Fahrzeughistorie. Allerdings ist nicht gewährleistet, dass die Historie vollständig ist.

Fahrzeugübergabe an Dritte

14.01.2014 11:36

Nach der Einstellung eines Verkaufsinserats erhalten Sie einen Anruf von einem Interessenten, der Ihr Fahrzeug kaufen möchte. Allerdings könne er es nicht selbst abholen, sondern möchte eine Spedition mit der Abholung beauftragen. Um Vertrauen zu gewinnen, schlägt er vor, Ihnen vorab eine Zahlungsbestätigung eines Online-Bezahlsystems zuzuschicken. Beim Übergabetermin wird das Auto dann durch den beauftragten Spediteur abgeholt und in der Regel eine entsprechende Bestätigung ausgehändigt. Im Nachhinein bestreitet der Betrüger jedoch, das Fahrzeug jemals erhalten zu haben und friert das vermeintlich überwiesene Geld ein. In diesem Fall wird der grundsätzlich sinnvolle Käuferschutz des Online-Bezahlsystems durch die Betrüger ausgehebelt. Da der Verkäufer anhand der Bestätigung der Spedition jedoch nicht eindeutig nachweisen kann, dass der Käufer das Auto erhalten hat, wird dem Käufer im Regelfall nach einigen Wochen das Geld zugesprochen. Sollte ein vermeintlicher Käufer dieses Verfahren vorschlagen, sprechen Sie aktiv die Problematik an.

Eine weitere Variante dieser Masche ist, dass der vermeintliche Käufer sich bei dem persönlichen Treffen mit dem Verkäufer zum Abschluss des Kaufvertrages bzw. zur Fahrzeugübergabe durch einen Dritten vertreten lässt. Als Legitimation werden vom Vertreter eine gefälschte Vollmacht und Kopien der Ausweispapiere des angeblichen Käufers dem Verkäufer vorgelegt. Die Ausweispapiere gehören meist einem Dritten, dessen Papiere zuvor gestohlen worden sind. Weiterhin wird als Nachweis der Kaufpreiszahlung eine gefälschte Bestätigung/Quittung der Überweisung des Kaufpreises per E-Mail gezeigt. Sodann wird das Fahrzeug an einen weiteren ahnungslosen Käufer weiterverkauft, der jedoch kein Eigentum an dem Fahrzeug erwerben kann und das Fahrzeug an den ursprünglichen Eigentümer herausgeben muss. Mit dieser Masche wird sowohl der ursprüngliche Verkäufer betrogen, der nicht den Kaufpreis erhält, als auch der nachfolgende Käufer, der trotz Kaufpreiszahlung kein Fahrzeug erhält bzw. wieder herausgeben muss. Käufer sollten immer wenn der private Verkäufer nicht als Halter in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist, genau überprüfen, ob der Verkäufer zum Fahrzeugverkauf berechtigt ist. Die Angabe des Verkäufers er sei ein gewerblicher Zwischenhändler und die Tatsache, dass er im Besitz der Fahrzeugpapiere und der Fahrzeugschlüssel ist, lässt diese Überprüfungspflicht des Käufers nicht entfallen. Zudem ist zu beachten, dass eine Bestätigung einer Überweisung nicht gleichbedeutend ist, dass das angewiesene Geld auch tatsächlich dem Verkäufer gutgeschrieben worden ist.

Sie sollten in jedem Falle auf eine persönliche Fahrzeugübergabe mit Unterzeichnung eines schriftlichen Kaufvertrags und anschließender Barzahlung bestehen. Lässt sich Ihr Gegenüber nicht darauf ein, sollten Sie skeptisch werden und den Kontakt abbrechen.

Reparaturkostenbetrug

21.08.2013 14:49

Der Wagen wurde erfolgreich verkauft, alles lief unauffällig und ohne Probleme. Einige Tage später ruft eine Person beim Verkäufer an und behauptet, ein Freund des Käufers zu sein. Das Fahrzeug habe kurz nach dem Kauf einen Defekt gehabt und der Verkäufer soll nun die Reparaturkosten teilweise oder komplett tragen, da sein Mangel an Sorgfalt schuld sei. Der eigentliche Käufer halte sich gerade im Ausland auf und der Verkäufer soll eine bestimmte Summe auf ein Konto (meistens im Ausland) anweisen.

Diese Masche spielt mit der eigenen Angst der Verkäufer, als Betrüger zu gelten. Zudem packt den Verkäufer das schlechte Gewissen, wenn trotz gründlicher Checks des Wagens ein Defekt vorliegt, packt den Verkäufer das schlechte Gewissen. Es handelt sich aber um eine Betrugsmethode, bei der Betrüger Verkaufsvorgänge im Internet genau beobachten und dann den Verkäufer kontaktieren. Die Käufer selbst wissen in der Regel weder etwas von dem angeblichen Schaden noch von dem Betrugsversuch.

Sie stehen im Kontakt mit einem vermeintlich unseriösen bzw. betrügerischen Anrufer? Hilfe dazu…

Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) verfolgt das Ziel, die Bevölkerung, Multiplikatoren, Medien und andere Präventionsträger über Erscheinungsformen der Kriminalität und Möglichkeiten zu deren Verhinderung aufzuklären. Dies geschieht unter anderem durch kriminalpräventive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und durch die Entwicklung und Herausgabe von Medien, Maßnahmen und Konzepten, welche die örtlichen Polizeidienststellen in ihrer Präventionsarbeit unterstützen.

zur WebSite der Polizeilichen Kriminalprävention

Schlagworte
Meistgelesene Artikel
Kommentare
Sana sagt zu:

Vielen Dank Initiative Sicherer Autokauf. Ich bin so froh, dass ich diese Seite gefunden und den Artikel gelesen haben, denn ich habe folgende Nachric [...]

Achim Weber sagt zu:

Good evening Mr. Weber, As I told you from the beginning the car still have german plates and numbers (german documents), that`s one of the reasons [...]

Peters sagt zu:

Hallo, Danke für euer Forum. Habe einen ähnlichen Fall.Bin Verkäufer und habe mit Jmd Email Kontakt,erst wurde paypal vorgeschlagen,dies habe ich [...]

Archiv

2016

Januar

2014

Januar

2013

August

2012

November, August, Juli