Vorsicht bei Vorkasse

24.08.2012 14:15

Bei Internet-Anzeigenmärkten wird lediglich der Kontakt zwischen Ihnen als Kaufinteressent und dem Verkäufer hergestellt. Die Identität der Anbieter, deren Bonität wie auch das Vorhandensein von Fahrzeugen werden nicht geprüft. Deshalb sollte man keinesfalls Vorabzahlungen leisten. Dies gilt auch für jegliche Finanzierungsangebote ohne Prüfung der Kreditwürdigkeit: Solange Sie keinen Vertrag in den Händen haben, sollten Sie keine Sonderzahlungen, Anzahlungen, Vermittlungs- oder Bearbeitungsgebühren leisten.

Diese Hinweise gelten unabhängig davon, ob es sich um einen Privatanbieter oder einen Fahrzeughändler handelt, der ein Fahrzeug verkaufen möchte.

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Niemals Bargeldtransfer!

Geld-Überweisungen mittels Bargeldtransfer über Western Union, MoneyGram oder ähnliche Anbieter werden oft für einen angeblichen Treuhandservice missbraucht. Die Services sind jedoch vorwiegend für den Bargeldtransfer mit bekannten Personen (Freunde, Verwandte) gedacht. Sie sind daher nicht für die Abwicklung von Zahlungen im Online-Autohandel geeignet – auch nicht mit angeblich eingebauter zusätzlicher Legitimierung. Selbst dann nicht, wenn Sie das Geld als „Sicherheit“ oder „Liquiditätsnachweis“ an eine Ihnen persönlich bekannte Person (Freunde, Verwandte) versenden sollen. Im Zusammenhang mit dem Betrug an dem Fahrzeugkäufer wiederholen sich die 3 folgenden Varianten:

1. Fall: Extrem günstiges Schnäppchen, Verkäufer im Ausland, Zahlung über Western Union / MoneyGram
Setzt sich der Interessent mit dem Verkäufer per E-Mail in Verbindung, so wird er aufgefordert, zur Verdeutlichung seiner Kaufabsicht eine Anzahlung per Bargeldtransfer zu leisten. Zum Nachweis der Anzahlung soll er dem Verkäufer den Absendernamen und die Kontrollnummer nennen. Der Verkäufer kann nun durch Angabe des Absendernamens, des Herkunftslandes, des erwarteten Betrags und der Vorlage eines gefälschten Identitätsnachweises das Geld abheben. Da er beim Zahlungsempfang meist gut gefälschte Dokumente nutzt, um sich auszuweisen, ist das Geld in diesen Fällen unwiederbringlich verloren – und das angebotene Auto existiert gar nicht. In manchen Fällen wird dem Käufer auch mitgeteilt, dass das Geld derzeit zurücküberwiesen werde, da es Unstimmigkeiten mit dem Konto gebe. Dies ist jedoch reine Hinhaltetaktik und erschwert die Rückforderung des Geldes.

2. Fall: Extrem günstiges Schnäppchen, Verkäufer im Ausland, Zahlung über Spedition / Verschiffungsunternehmen 
Dem Käufer wird vom vorgeblichen Verkäufer eine Spedition oder ein Verschiffungsunternehmen im Internet benannt, das angeblich treuhänderisch tätig sei und die Zahlungsabwicklung übernehmen soll. Die Internetseiten zu diesen Firmen verschwinden jedoch nach kurzer Zeit aus dem Netz und tauchen an anderer Adresse wieder auf. Die Seiten sind häufig gut gefälscht und wirken seriös. Gerade bei einem Firmensitz im Ausland ist es jedoch in der Regel nicht möglich, später an das verlorene Geld heranzukommen. In manchen Fällen wird dem Käufer auch mitgeteilt, dass das Geld derzeit zurücküberwiesen werde, da es Unstimmigkeiten mit dem Konto gebe. Dies ist jedoch reine Hinhaltetaktik und erschwert die Rückforderung des Geldes.

3. Fall: Bargeldtransfer an einen Bekannten als Bestätigung der Ernsthaftigkeit des Kaufwillens sowie als Liquiditätsnachweis oder Sicherheit
Dem Käufer wird nahegelegt, als Beweis seiner Zahlungsfähigkeit und -willigkeit das Geld per Bargeldtransfer an einen Bekannten oder ein Familienmitglied zu überweisen und die Kopie des Einzahlungsbelegs per E-Mail zu versenden. Der Käufer wiegt sich dabei in Sicherheit, da nur die ihm bekannte Person das Geld in Empfang nehmen kann. Sobald der Betrüger jedoch die Identität des Geldempfängers kennt, werden dementsprechend die Ausweispapiere gefälscht und der Betrag unter dem Namen des Bekannten abgehoben.

Sonderfall Verkäufer: Käufer meldet sich auf Ihr Inserat, Käufer im Ausland, Zahlung durch überhöhten Scheck
Dieser Fall ist unter dem Punkt Scheckbetrug im Verkäufer-Teil zu finden.

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Achtung, Treuhandservice!

Oft versuchen Betrüger, mit einem vermeintlichen Treuhandservice, Versandservice oder auch Logistikservice Vertrauen zu erwecken. Da Internet-Fahrzeugmärkte in den eigentlichen Kaufprozess nicht integriert sind, können sie diesen Service aber gar nicht anbieten. Fahrzeug-Anzeigenmärkte bieten deshalb keinen Service für die Geld-Transaktion an, raten davon ab und sprechen auch keine Empfehlung für eine bestimmte Zahlungsmethode aus. Es gibt zudem keine als besonders vertrauenswürdig eingestuften Verkäufer oder Premium-Mitglieder.

Verdächtigen Treuhand- / Speditionsservice gefunden? Infos dazu…

Treuhandservice bereits genutzt? Hilfe dazu…

Gefälschte Treuhandservices

Aktuell warnt der ADAC vor einem Treuhandservice des angeblich in Berlin ansässigen Anwalts- und Notarbüros DigiMedia-Medienrecht (www.digimedianotarkanzlei.de). Die Betrüger nutzen den Namen und die Adresse eines am Kurfürstendamm in Berlin praktizierenden seriösen Rechtsanwalts in leicht veränderter Form. Bei dieser Masche sollen Autokäufe über einen angeblichen Treuhandservice der Kanzlei abgewickelt werden. Nach Kontaktaufnahme mit der tatsächlich am Kurfürstendamm bestehenden Kanzlei stellte sich heraus, dass der genannte Rechtsanwalt keinen derartigen Treuhandservice betreibt. Vielmehr tritt hier eine andere Person im Namen des Rechtsanwalts auf. Die Internetseite www.digimedianotarkanzlei.de wird nach Informationen der zuständigen Rechtsanwaltskammer aus dem Ausland betrieben, so dass die Löschung der Seite bisher schwer durchsetzbar ist. Der Vorgang wurde jedoch bereits bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

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