Gefälschte Dokumente

26.08.2012 11:38

Behördliche Dokumente wie Ausweise, Zulassungsbescheinigung Teil I oder Teil II (bzw. Kfz-Schein oder Kfz-Brief) können per Scanner digitalisiert und mit Bildbearbeitungsprogrammen leicht gefälscht werden. Verlassen Sie sich also nicht auf per E-Mail zugesandte Unterlagen.
Lassen Sie sich vor Ort immer die Original-Dokumente vorlegen und vergleichen Sie sie z.B. mit der Fahrgestellnummer des besichtigten Fahrzeuges. Sie befindet sich üblicherweise im Motorraum, bei neueren Fahrzeugen auch von außen sichtbar im Bereich der Windschutzscheibe.
Nur so können Sie sicher sein, dass die vorgelegten Fahrzeugpapiere und das besichtigte Fahrzeug zusammen gehören.

Vereinzelt gibt es jedoch Fälle, wo auch dies nicht genügt. Es sind Fälle bekannt, in denen Blanko-Zulassungspapiere von der Zulassungsstelle bei Einbrüchen entwendet und nach entsprechender professioneller Bearbeitung dem Käufer als Originalpapiere präsentiert worden sind. Die so hergestellten Fälschungen sind für den Laien praktisch nicht erkennbar und werden erst bei der Ummeldung offenbar. Stellt sich dann heraus, dass das Fahrzeug gestohlen worden ist, kann der Käufer grundsätzlich kein Eigentum erwerben und muss das Fahrzeug herausgeben. Sollte das Fahrzeug z.B. bei einem Mietwagenunternehmen nur unterschlagen (nicht gestohlen!) worden sein, ist zwar ein gutgläubiger Erwerb des Kfz möglich, es wird aber regelmäßig ein Streit darüber entbrennen, ob der Käufer tatsächlich in gutem Glauben erworben hat. Wer ganz sicher gehen möchte, könnte sich mit dem Verkäufer direkt bei der Zulassungsstelle treffen und das Fahrzeug dort gemeinsam ummelden.

Stellen Sie auch Ihre eigenen Papiere anderen niemals in elektronischer Form zur Verfügung. Sie könnten für kriminelle Zwecke weiterverwendet werden. Dies betrifft sowohl Fahrzeugdokumente als auch Personalpapiere wie Ausweise oder Bankunterlagen z.B. Einzahlungsbelege.

Vor dem Kauf eines Fahrzeuges sollten Sie stets kritisch die vorgelegten Gutachten zu dessen aktuellem technischen Zustand (z. B. Inspektionsheft, AU- und HU-Bericht) und die entsprechenden Plaketten am Fahrzeug (Feinstaub- oder HU-Plakette) prüfen. Immer wieder treten Fälle auf, in denen diese gefälscht werden, um einen guten Zustand des Fahrzeuges vorzutäuschen.

Sie stehen bereits im Kontakt mit einem Verkäufer und haben Zweifel an der Richtigkeit der Gutachten und/oder Plaketten? Hilfe dazu…

Tachomanipulation
Besonders kritisch sollten Sie auch den Kilometerstand überprüfen: Bei den allermeisten Wagen kann der Kilometerstand binnen kürzester Zeit manipuliert werden. Da dies fast immer über die Diagnose-Schnittstelle des Fahrzeuges passiert, hinterlässt das keine direkten Spuren. „Tacho-Justierung“ wird überall angeboten und ist schnell, einfach sowie billig zu haben. Die Polizei hat errechnet, dass bei einem Drittel der in Deutschland verkauften Gebrauchtwagen der Kilometerstand gefälscht wurde. Daher der Rat an Gebrauchtwagenkäufer: Schauen Sie sich das Auto vor dem Kauf genau an, ob sein Erscheinungszustand zur angegebenen Laufleistung passt.

Sie stehen bereits in Kontakt mit einem Verkäufer und haben Zweifel an der Richtigkeit des Tachostandes? Hilfe dazu…

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Kommentare
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