Musterkauf: Sicher ein neues Auto finden

Der Kauf von Autos über das Internet ist schnell, einfach und schon weithin üblich. Viele Menschen nutzen die Online-Fahrzeug-Märkte, um sich über das Angebot zu informieren und Kontakt zum Verkäufer aufzunehmen. Internet-Fahrzeugmärkte ermöglichen durch die Aufgabe eines Verkaufsinserates die Kontaktaufnahme zwischen Verkäufer und Käufer - der eigentliche Abschluss des Kaufvertrages findet nach wie vor in der echten Welt vor Ort nach einer Fahrzeugbesichtigung statt. Wer sich dabei an gewisse "Spielregeln" hält, kann sich schon bald über seinen neuen Wagen freuen.

Nachfolgend zeigen wir Ihnen musterhaft, wie ein normaler und vor allem sicherer Autokauf via Internet vonstatten gehen sollte.

Bezahlung

24.08.2012 14:09

Zahlungen leistet man frühestens nach der Unterzeichnung des schriftlichen Kaufvertrages. Zahlen Sie das Auto erst bei Übergabe aller Dokumente und der Schlüssel.
Grundsätzlich empfehlen wir die Bezahlung per Bargeld, nicht vorab per Bargeldtransfer bzw. Online-Überweisungsservice.
Leisten Sie keine Anzahlungen! Diese sind auch beim Internet-Fahrzeughandel nicht üblich und bergen das Risiko, dass Sie bei Nichtlieferung des Fahrzeuges der bereits geleisteten Anzahlung erfolglos hinterherlaufen. Das gilt insbesondere bei Auslandsgeschäften.

Die Regel ist eine Zug-um-Zug-Abwicklung. Das heißt: Geld gegen Fahrzeug und Fahrzeugpapiere. So schließen Sie den Autokauf Ihres Wunschautos sicher ab und der Fahrspaß mit dem neuen Auto kann beginnen.

Hier lauern Gefahren

Vertragsabschluss

24.08.2012 14:08

Nachdem Sie das passende Auto gefunden, es besichtigt und Probe gefahren haben steht dem Kauf fast nichts mehr im Wege. Übrigens: Auch bei Autos, die per Online-Inserat angeboten werden, können Sie natürlich über den Preis verhandeln!

Wichtig ist nun noch der umfassende und korrekte Kaufvertrag. Verlangen Sie auf jeden Fall die notwendigen Papiere. Das Protokoll der letzten Hauptuntersuchung, die Bescheinigung der AU und das ordentlich geführte Inspektions-Scheckheft dokumentieren die regelmäßige Wartung und den technischen Zustand des Autos. Aus dem Scheckheft lassen sich zudem Rückschlüsse auf den tatsächlichen Kilometerstand ziehen.
Fragen Sie nach möglichen Schäden: Der Verkäufer muss auf alle ihm bekannten Schäden hinweisen – dazu zählen auch reparierte Unfallschäden.
Falls die Übergabe erst nach Vertragsabschluss erfolgt, sollten nicht nur der Übergabetermin, sondern auch teure Ausstattungsgegenstände im Vertrag vermerkt werden. Achten Sie darauf, dass Sie alle Papiere (siehe unten) erhalten.
Nutzen Sie bei Bedarf einen Mustervertrag, wie er normalerweise bei jedem Internet-Markt frei sowie beim ADAC für Mitglieder zum Download bereitsteht.

Beim Kaufabschluss müssen folgende Dokumente vorliegen:

  • Zulassungsbescheinigung Teil I (bzw. Stilllegungsbescheinigung bei Fahrzeugen, die vor dem 1.10.2005 stillgelegt wurden)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II
  • Ältere Fahrzeuge, für die seit dem 1. Oktober 2005 keine neuen Dokumente ausgestellt worden sind, benötigen beim Kaufabschluss den Fahrzeugbrief und dazu entweder den Fahrzeugschein oder die Abmeldebestätigung
  • Bei Autos, die älter als drei Jahre sind, Bescheinigung der letzten Haupt- und Abgasuntersuchung (HU / AU)
  • Personalausweis bzw. Reisepass des Halters; diese Daten sollten mit den Daten im Fahrzeugbrief übereinstimmen
  • Vollmacht des Halters, falls der Verkäufer nicht mit dem Halter im Fahrzeugbrief identisch ist

Ob Sie Gewährleistung für Ihr neues Auto bekommen, hängt davon ab, von wem Sie das Fahrzeug erwerben. Privatverkäufer dürfen im Gegensatz zum Autohändler die gesetzliche Gewährleistung ausschließen. Händler hingegen sind an die gesetzlichen Gewährleistungspflichten gebunden. Diese beträgt mindestens 1 Jahr.

Hier lauern Gefahren

Besichtigung

24.08.2012 14:08

Kaufen Sie niemals die Katze im Sack. Vergewissern Sie sich, dass das Fahrzeug nicht nur virtuell vorhanden ist, sondern tatsächlich existiert. Ein Besichtigungstermin ist daher unerlässlich. Verlassen Sie sich nicht auf die Anpreisungen des Verkäufers – alles andere wäre fahrlässig.

Vereinbaren Sie mit dem Verkäufer einen Besichtigungstermin an einem vorzugsweise belebten Platz. Drucken Sie vor der Besichtigung das Inserat mit der Fahrzeugbeschreibung aus, um Missverständnissen vor Ort vorzubeugen. Bei der Besichtigung sollten Sie das Auto auf Herz und Nieren prüfen.
Dazu gehört auch die Probefahrt mit Stadt- und möglichst auch Autobahnanteil. Bestehen Sie auf eine Probefahrt. Verschiedene technische Mängel können Sie nur während der Fahrt feststellen. Nehmen Sie bei Bedarf einen erfahrenen Begleiter mit, der hilft, eventuell verschwiegene oder versteckte Mängel oder Manipulationen am Auto bzw. an den Papieren zu erkennen.
Bei Tageslicht lässt sich das Auto dabei am besten erkunden. So sehen Sie am schnellsten eventuelle Schäden oder Reparaturen an der Karosserie oder im Lack.

Bei Bedarf können Sie von einem Experten ein Wertgutachten (Kosten ca. 250 Euro) oder einen Zustandsbericht (Kosten ca. 50-90 Euro) anfertigen lassen. Neben unabhängigen Gutachtern bieten auch Automobilclubs, Vertragshändler und freie Werkstätten diesen Service an.

Hier lauern Gefahren

Kontaktaufnahme

24.08.2012 14:08

Bei jeder Fahrzeugbeschreibung finden Sie neben den Details zum Fahrzeug und meist mehreren Fotos auch die Kontaktdaten des Verkäufers. Schauen Sie sich bei Händlerangeboten auch die Homepage des Anbieters, falls vorhanden, gut an und informieren Sie sich über die Seriosität des Verkäufers.
Rufen Sie den Verkäufer am besten auf der angegebenen Telefonnummer an und vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin.

Vergewissern Sie sich und lassen Sie sich bestätigen, dass genau das Fahrzeug auch noch vorhanden ist – gerade bei langen Anfahrten.

Seriöse/Unseriöse Anbieter?
Zwischen all den seriösen und ernsthaften Anbietern können sich auch wenige unseriöse Angebote verstecken. Wie können diese entdeckt werden?

Für die Seriosität eines virtuellen Autoverkäufers sprechen folgende Kennzeichen:

Für alle Inserate gilt:

  • Es darf keine Anzahlung erforderlich sein – es gilt: Geld gegen Auto
  • Es sollte eine Festnetz- oder zumindest eine Handynummer angegeben sein, unter der der Verkäufer auch erreichbar ist
  • Der Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer sollte nicht nur ausschließlich per Mail möglich sein
  • Der Interessent sollte das Fahrzeug beim Verkäufer vorab besichtigen und ggf. eine Probefahrt machen können

Bei Händlern gilt zusätzlich:
Bei eigener Homepage sollte dort auch die Postanschrift und der Geschäftssitz, die Unternehmensform, der Geschäftsinhaber und die vertretungsberechtigten Personen stehen.

Gehen Sie sicher, dass die Kontaktdaten wirklich zum Fahrzeughändler gehören und nicht manipuliert sind. Durch ”gephishte (abgefangene) Daten“ kann es vorkommen, dass ein Käufer glaubt, mit dem Händler zu kommunizieren, mailt oder telefoniert jedoch in Wirklichkeit mit einem Betrüger.

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Kommentare
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